Die Idee von CHOREOS

Das grundsätzliche Zusammendenken von Musik und szenischer Darstellung – unter diesem Vorsatz will CHOREOS eine neue Qualität musikalisch-szenischer Aufführungen kreieren.

„Der Chor war in der griechischen Antike zunächst die Bezeichnung für einen umgrenzten Tanzplatz. Später bedeutete es den Rund- und Reigentanz selbst, insbesondere der mit Gesang verbundene, bei festlichen Gelegenheiten zu Ehren einer Gottheit ausgefüllter Reigen. Schließlich bezeichnete der Begriff diese Vereinigung Tanzender und Singender, die im Drama als Begleiter der Handlung mitwirkten“

Die langjährige Erfahrung aus szenisch-choreografischen Arbeiten mit verschiedensten Chören zeigt uns, dass das Singen oder das Erleben von Musik immer mit einem Urimpuls zur Bewegung verbunden ist. Diesen Urimpuls legen wir in unseren Inszenierungen frei, verbinden ihn mit Raum und Licht und formen ihn zur Darstellung. Im Ergebnis erleben wir stets ein musikalisches Werk in einer neuen körperlichen Ganzheitlichkeit, bei der Klang und Bewegung nicht miteinander konkurrieren, sondern sich auf fruchtbare Weise gegenseitig ergänzen und bereichern.

Es geht uns nicht darum die Musik zu bebildern – wir erweitern den kompromisslosen Klang um eine Wahrnehmungsebene, wir wecken, schärfen und erweitern das Körperbewusstsein unserer Sängerdarsteller. Wir nutzen das Wissen um den Raum und die darin ruhenden Energien für unsere Inszenierung von Chorgesang. Der Dialog zwischen Innen-und Außenwahrnehmung, die Spannungsfelder zwischen Materie und Geist und die Wechselwirkungen von Individuum und Kollektiv – das sind die Grundansätze unserer szenischen Kreationen.

Das Vollkommene, die Sehnsucht danach und die Erfahrung der Unmöglichkeit – hier beginnen wir die Recherche für unsere erste szenische Arbeit mit CHOREOS.

Stephan Lutermann und Lars Scheibner 23. April 2016